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06.08.2016, 12:12 Uhr | Ulf Steffenfauseweh , RZ Kreis Neuwied vom Samstag, 6. August 2016, Seite 20
GSG: Hahn will attraktiven neuen Wohnraum
CDU-Fraktionschef will keinen Sozialtransfertourismus Mehr in Sanierung investieren Mietpreise entsprechend anpassen
Die Gemeindliche Siedlungsgesellschaft (GSG) steht vor einem Umbruch. Nach Christof Henn (SPD) Ende 2013 tritt im März 2017 auch der zweite Geschäftsführer Heinz-Peter Schmitz (CDU) in den Ruhestand. Eine externe Personalberatungsgesellschaft sucht bereits einen neuen Chef, und dabei soll dieses Mal kein Parteibuch eine Rolle spielen.
Neuwied - Das verspricht auch Martin Hahn. Der CDU-Fraktionschef hat davon unabhängig aber inhaltlich klare Vorstellungen und Erwartungen, wie er im Gespräch mit der RZ ausführt. Wir sollten mit dem neuen Geschäftsführer eine Zukunftsperspektive erarbeiten, wie wir die GSG wirtschaftlich, organisatorisch und strukturell für die nächsten 15 Jahre aufstellen, sagt er und macht klar, in welche Richtung er will: Neben dem überparteilich unumstrittenen weiteren Ausbau der Kindertagesstätten soll das städtische Unternehmen nach Meinung der CDU in erster Linie attraktiven Wohnraum schaffen und nicht nur weitere Sozialwohnungen.

Denn Angebote für Mieter mit Berechtigungsschein bietet die Wohnungsgesellschaft laut Hahn bereits genug an. Die GSG hat knapp 3500 Wohnungen im Bestand, davon haben mehr als 50 Prozent einen Mietpreis unter 5,15 Euro pro Quadratmeter. Für eine Stadt mit der Größe Neuwieds reicht das aus, betont er und ergänzt, dass es außerdem in den anderen Wohnungen seit acht Jahren eine politische Mietpreisbremse gebe, die nur leicht gelockert worden sei. Will im Klartext heißen: Nach Modernisierungen sind die Mietpreise nicht so erhöht worden, wie es aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich gewesen wäre.

200 bis 300 neue Wohnungen will die GSG in den kommenden Jahren bauen und dafür 20 bis 30 Millionen Euro ausgeben. So das erklärte Ziel. Das erste große Projekt sind dabei die 105 Wohnungen, die an Ohligspfad und Zeppelinweg gebaut werden sollen in Form von Stadtvillen mit attraktivem Umfeld. Das ist unser Ansatz, sagt Hahn und widerspricht in diesem Zusammenhang energisch einer Ankündigung von OB Nikolaus Roth: Gegenüber dem SWR hatte er als Aufsichtsratsvorsitzender der GSG davon gesprochen, dass dort mit Mietpreisen von 6 bis 7 Euro pro Quadratmeter zu rechnen ist. Unter 9 Euro ist das nicht leistbar, meint dagegen der Christdemokrat und rechnet vor, dass bei den gegebenen Standards und Auflagen für die öffentliche Hand Neubauten unter 2900 Euro pro Quadratmeter nicht mehr möglich sind. 6 bis 7 Euro Miete sind bei solchen Investitionen einfach unrealistisch und würden die GSG nachhaltig wirtschaftlich belasten, ist er überzeugt.

Daneben plädiert Hahn für ein (noch) stärkeres Augenmerk auf Sanierung und Modernisierung des Bestandes. Statt der 4,5 bis 5 Millionen Euro will er künftig 6 bis 6,5 Millionen Euro dafür ausgeben und nicht nur die Mietpreise anschließend anpassen, sondern gegebenenfalls auch auf eine Ausschüttung an die Stadt verzichten. In den vergangenen Jahren hatte die Wohnungsgesellschaft meist 1,5 Millionen Euro Gewinn abgeführt. Damit können wir die Haushaltslage der Stadt ohnehin nicht lösen, und das ist auch gar nicht Aufgabe der GSG, sondern der Politik, stellt Hahn fest und verweist darauf, dass attraktiver Zuzug von Menschen mit Kauf- und Steuerkraft der Stadt dauerhaft höhere Einnahmen bringen würde. Verhindern will er dagegen einen Sozialtransfertourismus, wie er es nennt. Will heißen: Neuwied soll nicht noch weitere Wohnungen im untersten Preissegment schaffen, um nicht entsprechende Mieter aus dem Umland, vor allem aus Koblenz, anzuziehen.

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